Veranstaltungen, Publikationen, Informationen

11. Juni - 13.Juni 2017 Institutsexkursion

Liebe Freunde und Förderer des Instituts,
sehr geehrte Damen und Herren,

hiemit laden wir Sie ganz herzlich zur Institutsexkursion 2017 ein. Thematisch wird es uns um die Frage gehen, wie der Mensch versucht, die ihn umgebende Natur in seinem Sinne und nach seinen Interessen und Vorstellungen zu formen bzw. zu verformen. Dazu folgen wir den Spuren von Hermann Ludwig Heinrich von Pückler-Muskau, einer der schillerndsten Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts. Er war, so heißt es auf der Homepage "einer der großen europäischen Gartenkünstler, Dandy, Frauenheld, erfolgreicher Reiseschriftsteller, geistreicher Gesellschafter, Liebhaber auserlesener Speisen und Namensgeber für ein Speiseeis". Auf unserem Reiseplan stehen demzufolge Besuche in Schloss und Park Muskau und in Schloss und Park Branitz.

Außerdem werden wir uns über das Entstehen des Lausitzer Seenlandes informieren und erste Eindrücke von einer Landschaftsgestaltung ganz anderer Art, als wir sie in Muskau und Branitz gewinnen können, sammeln. Durch die Flutung stillgelegter Braunkohlentagebaue soll bis 2018 in der Lausitz ein künstlich angelegtes Seengebiet mit 9 Seen und schiffbaren Kanälen und einer Wasserfläche von 7.000 Hektar entstehen. Es wird dann die größe künstlich angelegte Wasserlandschaft Europas und das viertgrößte Seengebiet Deutschlands sein.

Unsere Reise beginnt am 11. Juni und endet am 13. Juni, eine Zeit, in der uns der Frühling mit all seiner Pracht und schönem Wetter verwöhnen wird.

Am ersten Tag werden wir uns ganz dem Schloss und dem Park in Muskau widmen, wo Fürst Pückler am 30. Oktober 1785 geboren wurde. Am zweiten Tag geht es mit dem Bus ins Lausitzer Seenland. Am dritten Tag endet unsere Reise im Schloss und Park Branitz, wo Fürst Pückler am 4. Februar 1871 gestorben ist. Übernachten werden wir im Johannes-Haus und im City-Hotel in Cottbus.

Derzeit sind wir dabei, die Details der Reise zu planen. Wir bitte also noch um etwas Geduld, bis wir Ihnen den detaillierten Ablauf der Exkusion mitteilen können. Dabei werden wir die vielfältigen Angebote in Muskau und Branitz nutzen (Schlossführungen, Kutschfahrten, Gondelfahrten, kleine Fahrradtouren). Es wird Gelegenheit sein, durch Cottbus zu bummeln. Vielleicht gelingt es uns, Karten für das Cottbusser Staatstheater zu bekommen. Natürlich ist das Picknick im Freien wieder fester Bestandteil des Programms. Auch diesmal werden wie Ihnen einige Angebote machen, die Sie zusätzlich zum allgemeinen Programm in Anspruch nehmen können.

Wir werden uns auch 2017 bemühen, in dem preislichen Rahmen (ca. 180 bis 200 €) der zurückliegenden Exkursionen zu bleiben. Sie wissen, dass die Exkursion nur stattfinden kann, wenn mindestens 45 zahlende Gäste teilnehmen. Die Erfahrungen der zurückliegenden Jahre zeigen, dass die Plätze schnell nachgefragt werden. Deshalb gilt auch diemal der alte Spruch: "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst!" Falls Sie gern an der Institutsexkursion 2017 teilnehmen wollen, so schicken Sie bitte die beiliegende Anmeldung an uns zurück. Wir werden Sie dann weiter über die Vorbereitungen auf die Exkursion informieren.

Seien Sie also herzlich eingeladen zu einer hoffentlich unvergeßlichen Reise in zwei der schönsten Schloss- und Parkanlagen Deutschlands und Europas und zu einem ungewöhnlichen Versuch, Schäden, die der Mensch der Natur zugefügt hat, nicht einfach nur zu reparieren, sondern Neues zu gestalten.



Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Joachim Heise

15. März 2017 Ein Gespräch über die neueste und wohl beste Müntzer-Biographie

Ein Gespräch über die neueste und wohl beste Müntzer-Biographie:

Siegfried Bräuer / Günter Vogler:
„Thomas Müntzer: Neue Ordnung machen in der Welt. Eine Biographie“

Liebe Freunde und Förderer des Instituts,
sehr geehrte Damen und Herren,

die Reformationsdekade geht zu Ende und erreicht in diesem Jahr ihren Höhepunkt. Alle reden über Martin Luther, obwohl doch beabsichtigt war, allen reformatorischen Ansätzen gebührenden Platz in den zurückliegenden zehn Jahren zu schenken. Deshalb diskutieren wir am 15. März über Thomas Müntzer, den anderen Reformator.

Zu uns eingeladen hatten wir dazu zwei profunde Kenner „der Materie“, die Professoren Sieg-fried Bräuer und Günter Vogler. Beide verbindet ein leidenschaftliches wissenschaftliches Interesse an dem Prediger, Seelsorger und Mitstreiter im deutschen Bauernkrieg, an Thomas Müntzer. Dieses Interesse hat beide lange vor dem Ende der DDR zusammengeführt, als es im Staat und auch in den Kirchen nicht opportun war, dass kirchliche und marxistische Historiker miteinander debattieren. Von 1981 bis 1990 waren beide Teilnehmer der 20 Expertengespräche zwischen kirchlichen und marxistischen Reformationshistorikern der DDR über Martin Luther und Thomas Müntzer, die von der Öffentlichkeit kaum oder gar nicht wahrgenommen wurden.1

Auf die Frage, was von diesen Gesprächen inhaltlich geblieben sei und ob sie Spuren in der Luther-Müntzer-Forschung hinterlassen hätten, antwortete Siegfried Bräuer 2011 in einem Interview: „Zu Vogler pflege ich noch heute engsten fachlichen Kontakt, wir unterstützen uns gegenseitig bei Bibliographien, er liest meine Manuskripte und umgekehrt – es ist ein bilaterales Weiterarbeiten. In der heutigen Forschungslandschaft ist so etwas praktisch nicht mehr möglich. Auch bei Kirchenhistorikern bildet jeder seine eigene Welt und spricht kaum mal mit einem Kollegen über seine Projekte, schließlich sind die anderen immer auch Konkurrenten um Forschungsgelder usw.2

Leider musste uns Prof. Bräuer aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen. So werden wir am 15. März das Gespräch über die jüngste Frucht des „bilateralen Weiterarbeitens“ zwischen Bräuer und Vogler mit Prof. Vogler allein bestreiten müssen.

Ich würde mich freuen, wenn ich Sie zu dieser Veranstaltung begrüßen könnte. Selbstverständlich sind Ihre Kollegen, Freunde und Bekannten bei uns herzlich willkommen.



Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Joachim Heise

10. Februar 2017 Der Aktionskreis Halle zwischen Kirchenleitung und Staatssicherheit

Liebe Freunde und Förderer des Instituts,
sehr geehrte Damen und Herren,

In unserer zweiten Veranstaltung im neuen Jahr wird es um ein interessantes Kapitel der Geschichte der katholischen Kirche in der DDR gehen, den Aktionskreis Halle (AKH). Der AKH wurde nicht nur für die katholische Kirche in der DDR zu einer Herausforderung. Auch die DDR-Oberen betrachteten ihn als politischen Störfaktor.

Auf der Homepage des Aktionskreises Halle heißt es zur Frage „Woher kommen wir?“:

Der AKH wurde 1969 in Halle/Saale von Mitgliedern der dortigen Studentengemeinde, des Akademikerkreises und einem großen Teil der Pfarrer des damaligen Kommissariates Magdeburg gegründet.

Äußerer Anlass war die Absetzung des Weihbischofs von Magdeburg. Da das 2. Vatikanische Konzil gerade verabschiedet war, erwartete man bei der Neuernennung ein Mitspracherecht. Dieses wurde zwar verweigert, doch aus der Aktion wurde eine feste Einrichtung – der Aktionskreis Halle.

Pfarrer und Laien forderten gemeinsam die Beschlüsse des 2. Vatikanums ein, zeigten Defizite in Gesellschaft und Kirche auf und informierten über Veröffentlichungen in kirchlichen Zeitschriften des Westens. Damit solche Informationen in der damaligen DDR einen größeren Leserkreis erreichen konnten, wurden Briefsendungen 3-4 mal jährlich an etwa 600 Adressaten verschickt. Diese – nicht selten 20 Seiten umfassenden – Sendungen waren die eigentlichen „Aktionen“ des Kreises.

Bis zu vier Jahresvollversammlungen des Aktionskreises wurden als wichtige Anlaufpunkte und Austauschgelegenheiten genutzt.

Mit solchen Aktivitäten machte sich der Kreis einerseits bei der Kirchenleitung unbeliebt, andererseits wurde er argwöhnisch von staatlichen Institutionen beobachtet. Im Nachhinein konnte festgestellt werden, dass diese Stellung „zwischen allen Stühlen“ dem Kreis letztendlich das Überleben ermöglichte.

In den zurückliegenden Jahren haben wir leider oftmals die Erfahrung machen müssen, dass Veranstaltungen, in denen es um Fragen der Geschichte der katholischen Kirche in der DDR ging, nur auf mäßiges Interesse gestoßen sind. Wir hoffen sehr, dass es diesmal anders sein wird. Seien Sie und auch Ihre Freunde und Bekannten also herzlich eingeladen, sich mit einer Thematik zu beschäftigen, die ein besonderes Licht auf die Geschichte der DDR und der katholischen Kirche wirft.



Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Joachim Heise

12. Januar 2017 Buchlesung „Manfred Stolpe beraten & gestalten Weggefährten erinnern sich“

Liebe Freunde und Förderer des Instituts,
sehr geehrte Damen und Herren,

wir beginnen das neue Jahr mit einer Lesung aus dem o. g. Buch. Dr. Ulrich Schröter wird das Buch, das zum 80. Geburtstag von Manfred Stolpe erschienen ist, auf unterhaltsame Weise präsentieren. Frau Rosemarie Cynkiewicz, Frau Dr. Christa Grengel und Karl-Heinrich Lütcke werden ihm dabei „assistieren“. Dr. Manfred Stolpe wird versuchen, dabei zu sein.

Ich würde mich freuen, Sie zu unserer Veranstaltung begrüßen zu können. Selbstverständlich sind Freunde und Bekannte von Ihnen ebenfalls herzlich willkommen.



Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Joachim Heise