Veranstaltungen, Publikationen, Informationen

18. Februar 2021 Februar-Brief

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde des Instituts,

ich hoffe, Sie sind trotz aller Einschränkungen gut ins neue Jahr gekommen und sind vom Virus verschont geblieben. Normalerweise würde ich Ihnen jetzt die Bilanz unserer Arbeit im vergangenen Jahr vorstellen, Ihnen unsere Pläne für das Jahr 2021 präsentieren und sie einladen, an unserer Arbeit teilzuhaben. Sie werden verstehen, dass es sich angesichts der immer noch unübersichtlichen Lage verbietet, große Pläne zu schmieden und über Termine nachzudenken.

In den zurückliegenden Wochen und Monaten habe ich mich fast ausschließlich mit Texten für neue Hefte unserer Schriftenreihe beschäftigt. Noch vor Jahresende ist Heft 31 mit dem Titel "Horst Dohle. Im Dienst der Kirchenpolitik der DDR" erschienen. Alle Informationen dazu entnehmen Sie bitte dem beiliegenden Werbeblatt. Sie alle haben Horst Dohle bei verschiedenen Veranstaltungen und unterschiedlichen Gelegenheiten kennen gelernt. Im Herbst 2018 haben wir ihn mit dem Horst-Dähn-Preis ausgezeichnet. In der Begründung zur Preisverleihung heißt es:
".., dass Horst Dohle für all dies, was er bis 1989/1990 getan und gelassen hat, nicht ausgezeichnet wird. Es geht vielmehr darum, einen Mann mit seiner Biographie zu würdigen, der sich nach dem Ende der DDR und dem Ende seiner beruflichen Laufbahn selbstkritisch befragt, sich aktiv an der Auseinandersetzung mit der Geschichte der Kirchenpolitik der SED/DDR beteiligt und in Publikationen, Aufsätzen, Interviews und persönlichen Gesprächen geholfen hat, Licht in die Hintergründe der Kirchenpolitik der SED/DDR zu bringen, an der er selbst mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen aktiv beteiligt war. Dies war ein Prozess, der intellektuelle Anstrengung verlangte und die Bereitschaft einschloss, sich selbst eigene Irrtümer und Fehler, eingeschlagene Irrwege und Versäumnisse einzugestehen und offen und öffentlich darüber zu sprechen."

Horst Dohle verstarb wenige Monate nach der Auszeichnung im April 2019. Ich würde mich sehr freuen, wenn dieses Heft auf Ihr Interesse stoßen würde und Sie es bei uns erwerben würden.

In Arbeit ist zurzeit Heft 32 mit Referaten, die Wissenschaftler aus Tschechien, Ungarn, Russland und den USA in den zurückliegenden Jahren 2018 und 2019 bei Veranstaltungen unseres Instituts gehalten haben. Im Mittelpunkt der Referate stehen ein Rückblick auf die Zeit bis zur "Wende" und vor allem Fragen der Entwicklung der Kirchen in unseren Nachbarländern nach dem Ende der kommunistischen Herrschaft. Ich selbst habe einen Beitrag über die Staatsämtertagungen und die dabei geführten Diskussionen über den "Prager Frühling" beigesteuert.

Gestatten Sie mir noch ein Wort zur Arbeit der Ursula-und-Horst-Dähn-Stiftung, die bekanntlich Projekte unseres Instituts bevorzugt fördert. Im vergangenen Jahr hat die Stiftung erstmals auch zwei Projekte anderer Einrichtungen finanziell unterstützt. Zu nennen ist an dieser Stelle ein Druckkostenzuschuss in Höhe von 4.000 für das Buch von Michal Dülge "Die Uhr der Versöhnung. Lebensminuten aus einem geteilten Land", das von der Evangelischen Kirchengemeinde Versöhnung herausgegeben wird und 2020 im Wichern-Verlag erschienen ist. Die Turmuhr der Versöhnungskirche in der Bernauer Straße schlägt wieder. Hunderte Menschen haben gespendet, um die Uhr zu restaurieren. Einige von Ihnen erzählen in diesem Buch von ihrem Leben um die Versöhnungskirche, im geteilten Berlin und geteilten Deutschland.

Gefördert hat die Stiftung weiterhin ein Projekt des "Hauses der Geschichte" in Lutherstadt Wittenberg mit 3.500 €. Die Ausstellung "Atheismus in der DDR", die Mitte der 1990er Jahre in unserem Institut erarbeitet wurde und seit 2009 als Dauerleihgabe in Wittenberg zu sehen ist, stößt immer wieder gerade bei Besuchern aus den alten Bundesländern auf reges Interesse. Im Rahmen dieses Projekts soll die Ausstellung überarbeit und erweitert werden.

Am Schluss meines Briefes möchte ich mich bei Ihnen allen für Ihre Treue zu unserem Institut bedanken. Danke für die Grüße und guten Wünsche, für die Spenden und die Bereitschaft, Mitglied unseres Träger- und Fördervereins zu werden. Ich freue mich schon sehr, Sie alle wiederzusehen. Bleiben Sie bis dahin gesund und passen Sie auf sich und andere auf.

Es grüßt Sie herzlich

Ihr Dr. Joachim Heise – Institutsleiter