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Deckblack Fürchte dich nicht, glaube nur Günter Kuhn „Fürchte dich nicht, glaube nur.“ Aus dem Alltag eines Pfarrers in der DDR

Günter Kuhn, geboren 1928 in Wernigerode, gehört zu jener Jugend, die heute als Flakhelfer-Generation bezeichnet wird. Diese Kindersoldaten haben den Krieg erlebt und daraus unterschiedliche Konsequenzen für ihr Leben gezogen. Günter Kuhn wollte Veterinäroffizier werden, aber jetzt studierte er Theologie. Nach dem Ersten Examen ging er gegen den Willen der Kirchenleitung in einen Industriebetrieb arbeiten. Geprägt durch diese Erfahrung, die Sozialakademie in Friedewald und das Predigerseminar bei Albrecht Schönherr, beschäftigte sich Kuhn intensiv mit soziologischen Fragen. Mit anderen jungen Pfarrern gründete er 1957 die „Arbeitsgemeinschaft für Soziologie und Theologie“ (AST). Unter den vielen Aufbauwerken seiner Lebensgeschichte zählt der Wiederaufbau des Fürstenwalder Doms zu den sichtbarsten.

Als Günter Kuhn sich an uns wandte, um ihn bei der Veröffentlichung seiner Erinnerungen zu unterstützen, haben wir gern zugesagt. Nicht nur, weil dieses Zeitzeugnis voller bemerkenswerter Details steckt, sondern auch, weil Günter Kuhn sich ohne Verdruss, mit Humor erinnert. Dieser Bericht eines Pfarrers vom Anfang bis zum Ende der DDR ist auch für jene lesenswert, die mehr über den Alltag im Sozialismus erfahren möchten.

Vorwort zu einem Lebensbuch, Jürgen Henkys 7
I. Hitlerjunge, Flakhelfer und Kriegsgefangener 11
II. Tierarzt oder Theologe, das war meine Frage 30
III. Uns leev Uckermark. Pfarrer in Warthe 48
Bei Albrecht Schönherr im Predigerseminar 63
IV. „Pfarrer in die Industrie!“ Dienst in Brandenburg an der Havel 71
Aufbau der Arbeitsgemeinschaft für Soziologie und Theologie (AST) 91
V. Tu felix Lehnin. Fast eine glückliche Zeit 110
VI. Ein steiniger Acker. Superintendent in Hohenmölsen 134
Spurensuche jüdischen Lebens 164
VII. Bürger, Bauherr, Superintendent im märkischen Fürstenwalde 174
Der Wiederaufbau des Fürstenwalder Doms 213
Nachwort 230

Deckblack Träumen ist mir zu poetisch Valentin Schönherr „Träumen ist mir zu poetisch" Das Leben der Pfarrfrau Hilde Schönherr (1912–1962)

Hilde Enterlein, Tochter eines Berliner Ingenieurs, war musikalisch begabt, studierte Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte – und wurde Pfarrfrau. An der Seite von Albrecht Schönherr (1911–2009), dem späteren Bischof der Evangelischen Kirche in Berlin- Brandenburg, gehörte sie zur Bekennenden Kirche und zum Kreis um Dietrich Bonhoeffer. Im uckermärkischen Brüssow vertrat sie im und nach dem Zweiten Weltkrieg über viele Jahre hinweg ihren Mann im Pfarrdienst. Der Gemeinde am Brandenburger Dom, an der sie von 1947–1962 tätig war, ist sie als Kirchenmusikerin vielen Menschen bis heute in warmer Erinnerung.

Dank der guten Quellenlage kann diese biographische Studie Hilde Schönherrs Entscheidung für den Pfarrfrauenberuf genauso präzise darstellen wie die enorme Vielfalt an Aufgaben, die sie darin wahrgenommen hat. Zugleich ist es das berührende Zeugnis einer Frau, die als Mutter von sechs Kindern, als Kennerin von Ernst Barlach und Antoine de Saint-Exupéry, als aufgeschlossene Gastgeberin und gesuchte Gesprächspartnerin vielen Menschen Anregung, Halt und Zuversicht zu geben vermochte.

Valentin Schönherr wurde 1972 in Finsterwalde/Niederlausitz geboren. Er studierte Geschichte und Hispanistik in Berlin und San Salvador, lebt heute in Luzern und arbeitet als Geschichtslehrer am Gymnasium Rämibühl in Zürich. Studienaufenthalte führten ihn nach Mexiko und Zentralamerika. Seit 1995 ist er freier Literaturkritiker, derzeit schreibt er regelmäßig für die Zeitschriften Südlink und Publik Forum. Er ist Enkel von Hilde und Albrecht Schönherr.